Was uns bewegt:
Trotz des Bevölkerungswachstums und der Erschließung neuer Baugebiete, die die Notwendigkeit einer lokalen Grundschule nur noch verstärken, gibt es immer wieder Gerüchte über eine mögliche Schließung der Schule und einer geplanten Verpachtung an einen Anbieter aus der Altenpflege.
Kürzlich diskutierte Pläne, Klassen mit bis zu 28 Schüler/-innen am Standort Stove einzuführen und/oder Funktionsräume als Klassenräume umzugestalten, stellen eine enorme Herausforderung dar. Erst in den letzten Jahren wurde eine ähnliche Idee der Zusammenlegung der ersten und zweiten Klasse in Drennhausen aufgrund der hohen Kinderanzahl als unzumutbar für die eingesetzten Lehrkräfte abgelehnt.
Dabei ist es doch klar: eine gut unterstützte Grundschule ist essenziell für das Wohlbefinden und die Entwicklung unserer Kinder. Sie bietet eben nicht nur Bildung, sondern auch einen sicheren und vertrauten Raum, in dem unsere Kinder wachsen und lernen können. Schule fördert die soziale Kompetenz, indem sie es den Kindern ermöglicht, in einer gemeinschaftlichen Umgebung mit Freunden und Freundinnen aus dem gleichen Ort zu lernen. Diese Bindungen sind grundlegend für eine gesunde psychische Entwicklung und tragen dazu bei, dass Kinder sich gegenseitig unterstützen und voneinander lernen.
Es stellt sich die Frage, wann der Fokus endlich (wieder) auf das Wohl und die Bildungsqualität der Kinder gelegt wird. Niemand spricht über die Kinder! Es geht um Quoten, fehlende Lehr- und Betreuungskräfte, schlechter Allgemeinzustand der Schule.
Was davon haben die Kinder zu verantworten? Was davon hat die Politik zu verantworten? Und wer trägt die Konsequenzen?
Wurden die Drager, Drennhäuser und Elbstorfer Kinder, jemals gefragt, wo sie zur Schule gehen möchten? Den Kindern ist es egal, wie alt das Schulgebäude ist; es ist wichtig, wo und mit wem sie lernen. Die aktuellen Gerüchte führen zu Instabilität und Unsicherheit sowohl bei Schüler/-innen als auch bei den Eltern. Kinder werden „vorsichtshalber“ in Stove angemeldet, obwohl es weder dem Wunsch des Kindes noch dem der Eltern entspricht. Es ist ein strategisches Tauziehen, bei dem das Ungleichgewicht des Kräfteverhältnis ausgenutzt wird und mit den Sorgen und Unsicherheiten der Eltern kalkuliert wird.
Ein festes Lehrkräfte- und Betreuerteam inklusiver einer Schulleitung, dass sich mit dem Ort und der Schule verbunden fühlt und langfristig an der Schule tätig ist, könnte eine tiefe und förderliche Beziehung zu den Kindern aufbauen. Diese Stabilität ist entscheidend, um ein behütetes Lernumfeld zu schaffen, in dem sich jedes Kind individuell entfalten kann. Ferner bieten derartige Beziehungen und Erziehungspartnerschaften einen präventiven Rahmen für Kindeswohlgefährdung (die drastische Entwicklung der Fallzahlen ist den Entscheider/-innen hoffentlich bekannt, Informationen hierzu erteilt das zuständige Jugendamt).
Besonders besorgniserregend ist jedoch, dass derzeit Entscheidungen über den Fortbestand unserer Schule von Personen getroffen werden soll, die keine direkte Verbindung zur Schule haben. Diese Entscheidungsträger/-innen berücksichtigen nicht die Stimmen derjenigen, die direkt von der Schließung der Schule betroffen sind – der Eltern und in erster Linie die der Kinder. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Meinungen und Bedürfnisse der Bürger/-innen in den Entscheidungsprozess einfließen.
Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen der Grundschule und dem angrenzenden Kindergarten wird ein nahtloser Übergang in die schulische Bildung ermöglicht, der die Kinder optimal auf die kommenden Lernherausforderungen vorbereitet.


